12 Wege, wie Du Deine Kids dazu bringst gesünder zu essen

Wie kann ich Dir von Anfang an in kleinen Schritten helfen, Deine Kinder gesünder und leistungsfähiger zu machen?

Hierbei ist sicher eine der Kernfragen, wie bringst Du Deine Kids dazu gesünder zu essen? Ohne Zwang, Druck, Frustration oder schlechte Stimmung?

Als Antwort auf diese Frage zeige ich Dir hierzu 12 Wege. Wie Du den einen oder anderen Weg noch mehr vertiefen kannst, dazu folgen dann die nächsten Newsletter.

 

1. Lass sie probieren, bis sie es lieben

Wahrscheinlich kennst Du die Aussage, was auf den Tisch kommt wird gegessen. Hierzu gibt es sicher geteilte Meinungen. Ich zeige Dir hier verschiedene Möglichkeiten auf um Deine Wege zu finden.

Der Anfang beim Essen, bei der Nahrungsaufnahme ist  – das Probieren. Dies ist die Basis um den natürlichen gesunden Geschmack zu entwickeln.

Also alles was auf den Tisch kommt sollen (müssen) die Kids probieren. Dies gilt natürlich nur für zu Hause bzw. bei gesunden Speisen. Wir waren gestern bei einer Grillparty, da gab es ein Büffett mit Salaten und Nachspeisen. Da sollten meine Kinder natürlich nicht alles (an süßen oder ungesunden Dingen) probieren.

Eine einfache Möglichkeit fürs Probieren ist die 3 -Schritt Methode, die wenden wir immer an. Wichtig ist hierbei eine entspannte Atmosphäre ohne Zwang:

Zunächst einen Bissen probieren für einen ersten Geschmackseindruck.

Danach im zweiten Schritt um sicherzugehen einen zweiten Bissen probieren um den Geschmackseindruck zu bestätigen oder auch zu widerlegen. Es kann gut vorkommen, dass beim ersten Probieren zu schnell: „Schmeckt mir nicht“ gesagt wird ohne dem gesunden Nahrungsmittel eine Chance zu geben. Z.B. weil es dem Kind bisher nicht schmeckte oder   weil es „zu gesund aussieht“ oder ungewohnt aussieht.

Dann folgt Drittens: Entweder schmeckt dem Kind dann das neue (oder neu probierte) Nahrungsmittel, dann hurra. Begeistert loben und das Kind isst es! Oder es schmeckt (noch) nicht. Dann ist das momentan auch OK. Dann muss es das auch für heute nicht essen. Und darf eine gesunde Alternative (siehe unten) wählen.

Hilfreich ist auch nach dem Grund zu fragen, warum ein Kind das Nahrungsmittel ablehnt, z.B. zu bitter, zu wässrig, zu matschig, zu sauer, die Soße (vom Salat) schmeckt nicht usw.

Diese 3 Schritte zum Probieren dann immer wiederholen, wenn eine neue Speise probiert werden soll. Oder auch wenn Du eine abgelehnte Speise wieder anbietest, z.B. am nächsten Tag oder nächste Woche. Denn oftmals müssen die Kids ganz oft probieren, bis sie eine neue Speise akzeptieren, mögen oder dann sogar lieben.

Die Geschmacksprägung findet bereits im Mutterleib statt. Dann reifen die Geschmacksknospen und mit 3 Jahren sind die Geschmacksorgane voll entwickelt. Allerdings ist die Geschmacksentwicklung ein lebenslanger Prozess. D.h. der Geschmack für einzelne Nahrungsmittel kann sich ganz plötzlich ändern. Sicher gibt es auch bei Dir etwas was Du früher nicht mochtest und jetzt gerne magst?

Deshalb ist es sinnvoll gesunde Nahrungsmittel, auf die Du Wert legst für Dein Kind, immer wieder probieren zu lassen. Experten empfehlen das gleiche Lebensmittel sogar  20 – 30 mal  zu probieren.  Erst dann kann man entscheiden, ob man etwas mag oder  – zumindest momentan – nicht mag. So oft sollten unsere Kids dann mindestens probieren.

2.  Keine Regel ohne Ausnahme

Auch wenn Dein Kind etwas immer wieder (ca. 30 mal) probiert, kommt es vor, dass es dies trotzdem nicht mag ;-). Dann verzichte zunächst darauf, wenn es sich z.B. um eine neue Speise – z.B. Brokkoliauflauf handelt. Dann einfach zu einem späteren Zeitpunkt (in ein paar Wochen) nochmal versuchen, wenn Du der Meinung bist, das dies wichtig ist.

Beim Gemüse ist das etwas schwieriger. Denn da kommt ganz besonders die Verantwortung ins Spiel, ich weiss was für mein Kind gut ist, das Kind meistens (noch) nicht. Deshalb dürfen sich meine Kinder 3 Gemüse aussuchen, die sie nicht mögen, z.B. Blumenkohl, Kohlrabi und Zucchini jeweils gedünstet. Natürlich dürfen sie nicht jeden Tag ein neues Gemüse zum Ausnahmegemüse erklären.

Dann aber trotzdem bitte immer wieder ein wenig probieren.

 

3. Biete Ihnen Alternativen zur Auswahl

Grundsätzlich ist es immer eine gute Möglichkeit mit Alternativen zu arbeiten. d.h. immer mindestens eine gesunde Alternative anzubieten. Dann hat das Kind die Wahl und darf entscheiden. Das funktioniert sehr oft gut so.

Wenn Du die Ausnahmegemüse servierst also z.B. noch gedünstete Möhren anbieten oder einen Rohkostsalat oder Rohkoststicks. Hier sollten natürlich Gemüsesorten dabei sein, von denen Du weisst, dass Dein Kind die mag. Dann kann Dein Kind entspannt probieren und wird auf jeden Fall auch Gemüse essen.

 

4. Wie Deine Kids Gemüse essen, was sie nicht mögen

Deine Kids mögen kein gedünstetes Gemüse? Kein Problem, dann serviere es als Rohkost, z.B. als Sticks. Dies geht prima mit Möhren, Kohlrabi, Paprika, Tomaten, Zucchini. Probiert doch auch mal Stangensellerie oder Pastinaken zur Abwechslung. Und einem leckeren einfachen Dipp dazu. Viele Kinder mögen es einfach lieber roh und das ist völlig OK. Denn dies ist sogar noch gesünder, da keine Vitaminverluste durch das Erhitzen auftreten.

Eine andere Möglichkeit ist das Gemüse, was gedünstet nicht gegessen wird, ganz klein zu schneiden und in einem Eintopf zu verwenden. Z. B. im Chili sin Carne, das Rezept ist in meinem Gratis eBook. Da isst Richard auch Zucchini, die er sonst nicht mag. Oder in einer Tomatensoße (oder Hackfleischsoße) kleingeschnittene Zucchini, Paprika, Stangensellerie usw. verwenden.

Und was ist mit dem so gesundem Brokkoli oder Blumenkohl? Hier haben wir es roh probiert mit tollem Erfolg: z.B. den Blumenkohl ganz klein schneiden (nur die Röschen) und in einem Rohkostsalat verwenden. Ein tolles Rezept dazu findet ihr hier.

Kunterbunter Salat für Kids
Kunterbunter Salat für Kids

 

5. Warum die Kommunikation bei Tisch so wichtig ist

Vermutlich geht es Dir da ähnlich wie mir. Als Mutter und Köchin gebe ich mir viel Mühe jeden Tag etwas Schmackhaftes und Gesundes auf den Tisch zu zaubern. Da erwarte ich zumindest eine gewisse Wertschätzung mir und dem Essen gegenüber. Das gilt für die ganze Familie – auch oder gerade für die Kids.

Da finde ich es wichtig auf das „wie“ in der Sprache bei Tisch zu achten. Deshalb sind bei uns Aussagen wie „ich hasse…“ oder „das schmeckt ja eklig…“ oder „das sieht ja zum … aus“ usw. nicht erlaubt.

Wir haben die Regel mit dem Probieren, da ist es nicht notwendig sich beleidigend zu äußern, wenn mein Kind etwas nicht mag.

Stattdessen sagen wir einfach:  „Das mag ich nicht so gerne.“ Oder „Da liegt mir nichts dran“ oder  „ich mache mir nicht so viel aus …“.

Das kann ich dann akzeptieren und nachfragen, was nicht schmeckt. Und die Familie um Tipps bitten, wie es beim nächsten mal (noch) besser schmecken könnte.

Dann sind alle zufrieden, keiner beleidigt, wütend oder verletzt und die Chance auf eine harmonische Familienmahlzeit ist wesentlich größer.

 

6. Ohne Zwang schneller zum Ziel

Klar wir lieben unsere Kinder. Und gerade weil wir die Verantwortung für unsere Kinder haben ist das manchmal nicht so einfach hier den richtigen Ton zu treffen. Insgesamt ist es hilfreich sich immer wieder den liebevollen Umgang zu vergegenwärtigen, den wir alle wollen.

Wir kommen bei der Ernährungserziehung- wie bei allem anderen auch – mit Liebe und Freundlichkeit besser zum Ziel. Nicht diktatorisch und bestimmend sondern sanft und spielerisch. Mehr über Bindung und Beziehung als durch Zwang und Macht.

Was nicht heißt, dass es nicht auch ein paar Regeln geben sollte. Die sind sogar besonders wichtig, denn sie erleichtern allen den liebevollen Umgang.

 

7. Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt

Ihr kennt das alle: Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Auch wenn er noch so klein ist. Dies gilt auch bei Eurem Weg zu einer gesünderen Ernährung.

Deshalb ändert nicht gleich alles, sondern eines nach dem anderen in kleinen Schritten. Startet z.B. zunächst mit einer kleinen Änderung.

Entweder bei einzelnen Nahrungsmitteln die Ihr mehr essen wollt. Wie z.B. Gemüse, Obst, Vollkorn. Oder Dingen, die Ihr weniger essen wollt wie Zucker, Fast-food, Fertiggerichte. oder für die Ihr gesündere Alternativen sucht, wie Getränken, Naschereien….

Oder Ihr startet bei einzelnen Mahlzeiten: z.B. beim Frühstück oder Abendessen. Hier überlegt Ihr wie Ihr diese Mahlzeit gesünder machen könnt. z.B. in 2 Stufen.

Seid hierbei geduldig mit Eurer Familie, bis der neue Schritt auch Euren Kindern richtig leicht fällt. Dann könnt Ihr den nächsten kleinen Schritt angehen. Beispiele hierfür um Euch gesündere Alternativen an die Hand zu geben zu den einzelnen Mahlzeiten folgen in separaten Newslettern.

 

8. Einfach gesunde Gewohnheiten entwickeln

Wenn Du etwas ändern möchtest, ist es wichtig gesunde Gewohnheiten zu entwickeln. Ich meine damit sich eine kleine Änderung vornehmen, die Du in Eurer Ernährung integrieren möchtest. z.B. die Umstellung auf Vollkornbrot.

Hier gilt es dies einfach für ca. 30 Tage auszuprobieren. D.h. es täglich einfach vorleben und in die Ernährung integrieren. Dies dann konsequent und geduldig durchzuhalten. Und auch mal genau beobachten wie es einem damit geht.

Dann, nach ca. 30 Tagen, wird dies zur Gewohnheit, wir nehmen dies als normal, gewohnt und OK für uns an und hinterfragen es nicht mehr. So fällt es dann meist recht leicht diese neue Gewohnheit beizubehalten.

Bei Kindern kann man auch einen Anreiz – eine Art Belohnung – setzen, wenn sie dies durchhalten. Natürlich keine Süßigkeiten – sondern vielleicht einen gemeinsamen Ausflug.

 

9. Gemeinsam seid Ihr stark

Sicher klappt dieser Weg nicht immer im stressigen Alltag, wenn das Essen schnell auf den Tisch kommen soll. Deshalb am besten damit starten, wenn Ihr mehr Zeit habt, z.B. am Wochenende.

Das Zauberwort heißt hier gemeinsam eine Mahlzeit zubereiten. Auch kleine Kinder lieben es mitzuhelfen. Buntes Gemüse zu waschen, zu schälen, zu schneiden usw. Oder einen Pizzateig selbst belegen. Oder eine (Salat) soße anrühren. Die Kinder genießen die gemeinsame Zubereitungszeit in der Küche meist total. Voraussetzung ist hier allerdings die Mama ist entspannt. Und hat eingeplant, dass es dann auch etwas länger dauert.

Und dann essen die Kids es natürlich viel lieber, denn sie haben sich ja ganz viel Mühe gegeben. Die gemeinsame Zeit kannst Du auch für ein paar spannende Fakten rund um das Essen, was Ihr gerade zubereitet nutzen. Allerdings nicht zu viel, sonst hören die Kids nicht mehr zu. Auch hierzu – Ernährungswissen für Kids – wird es einen Newsletter geben.

10. Die Augen essen auch mit

Sicher kennst Du das Sprichwort „Die Augen essen mit“. Es geht ja schon uns Erwachsenen so, dass wir liebevoll garnierte bunte Speisen mehr zu würdigen wissen und einfacher lieber probieren oder essen.

Bei Kindern ist das nochmals wichtiger. Das hast Du sicher auch schon erlebt. Ein bunt und liebevoll angerichteter Rohkostteller wird bei uns auch von Besuchskindern – die sonst nicht so viel Gemüse gewöhnt sind- ratz fatz verputzt.

Also eine Möglichkeit ist es selbst toll zu dekorieren – es muß ja nicht immer sein. Und noch besser ist, dies in die Verantwortung der Kinder zu geben.

Ihr werdet begeistert sein, wie kreativ Eure Kids werden, wenn es ums Garnieren und Verzieren geht. Z.B. bei Salat, Rohkost oder dem Hauptgericht. Denn gesundes Essen soll für Kinder erst mal gut aussehen.

Tolle Beispiele dafür sind das Muffin -Rohkost-Büffet oder die Gefüllte Paprika aus dem Gratis eBook mit gesunden Kinderrezepten.

 

Papgefunter2neu
Gefüllte Paprika

 

 

11.  Gib Ihnen Deine Anerkennung

Für uns alle sind Lob und Anerkennung total wichtig. Das kannst Du Dir hier sehr schön zunutze machen. Lobe Dein Kind für jeden noch so kleinen Schritt in die richtige Richtung.

Auch wenn Dein Kind probiert ist das schon toll und ein Lob wert: „Es ist OK, wenn Dir heute der Brokkoli nicht schmeckt. Ich finde toll, dass Du ihn probiert hast.“

Und immer dann, wenn das Kind zumindest ein wenig gesünder isst als normal. Dann einfach darin bestätigen. Allerdings ehrlich gemeint nicht übertrieben begeistert.

Je nachdem wie weit Dein Kind ist, kannst Du dann später auch immer mehr die „gute Wahl“ loben, die Dein Kind getroffen hat. Beim Familienessen, bei Einladungen , bei Oma und Opa,  bei Büffetts, im Urlaub usw. Und das kommt immer mehr, garantiert. Das sind dann Momente wo ich total stolz auf meine beiden bin 🙂 .

 

12. Der ultimative Tipp für Obst- und Gemüsemuffel

Ein Weg, der oft gut klappt liegt im Pürieren. Das sind unsere Kinder von Klein an gewohnt. Nach der (Mutter-)Milch gab es die erste Obst- und Gemüsekost in pürierter Form. Jedes neue Obst und Gemüse wird so bei den ganz kleinen eingeführt.

Das können wir auch bei größeren Kindern nutzen: Hierzu Obst einfach in Form von pürierten Fruchtsoßen oder Obstsmoothies servieren. Oder auch mal ein leckeres Blitz-Fruchteis bereiten.

Für Gemüse gilt das natürlich auch – sowohl warm als auch kalt. Als Suppe, die dann püriert wird, wie z.B. Kürbissuppe, Zucchinisuppe, Brokkolisuppe usw.

Oder als grüner Smoothie: Obst und Gemüse (als Salat oder Spinat) ganz fein püriert. Durch das süße leckere Obst wird das Grüne geschmacklich überdeckt und akzeptiert. Hierzu gibt es demnächst auch einen eigenen Newsletter.

Denn grüne Smoothies sind die Basis für den natürlichen gesunden Geschmack. Oder erleichtern und beschleunigen den Weg dorthin zumindest sehr. Vorab findet Ihr in meinem Gratis eBook zum Ausprobieren ein tolles Rezept für einen Grünen Pina-Colada-Smoothie.

 

Alles Gesunde für Deine Familie

Marieluise

PS: Deine ersten kleinen Schritte könnten sein:

  1. Such Dir einen oder mehrere Wege oben aus, die Du sofort umsetzen möchtest.
  2. Setze dies dann konsequent für die nächsten 30 Tage um.
  3. Probiere doch mal das neue Rezept aus. Und die Rezepte aus dem Gratis-  eBook.
  4. Und dann gib mir bitte Deine Meinung zum Rezept und  wie die Umsetzung klappt.
  5. Über Wünsche/Anregungen/Themen für die nächsten Newsletter freue ich mich.
  6. Teile diesen Newsletter gerne mit anderen Eltern.

2 Gedanken zu “12 Wege, wie Du Deine Kids dazu bringst gesünder zu essen

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