Wie Du köstlich und gesund naschen kannst (1)

Gerade in der Adventszeit hat das Thema Naschen eine besondere Bedeutung. Wobei man, wie ich finde, jedes Jahr scheinbar früher, spätestens schon seit September, in den Geschäften Unmengen von Lebkuchen, Spekulatius, Plätzchen und anderen weihnachtlichen Naschereien findet.

Fast jeder hat in dieser kalten dunklen Jahreszeit einfach mehr Lust auf Süßes. Da bietet sich ein Beitrag zum Thema Zucker und Naschen an!

Hier erfährst Du, warum wir überhaupt so gerne süß essen. Und wie Zucker bzw. ein Übermaß davon unsere Gesundheit beeinflusst.

Im zweiten Teil geht es dann darum, wie Du gesund Naschen kannst: um gesunde Alternativen für Zucker und um leicht umsetzbare Tipps.

Schokoturm

3 Geheimnisse warum wir gerne Süßes essen

Zucker ist ein Thema, an dem wir speziell wenn es um unsere Kinder geht nicht vorbeikommen. Denn natürlich wissen alle, dass Naschereien, die u.a. viel Zucker enthalten nicht gesund sind, weder für Erwachsene noch für Kinder.

Warum sind wir denn überhaupt so wild auf den süßen Geschmack?

1. Die Lust auf süß ist angeboren:

Für unsere Urahnen vor 10.000 Jahren war es sinnvoll süß zu essen. Denn das hieß kalorienreich und ungiftig. Deshalb aßen sie wenn sie die Gelegenheit hatten ganz viele süße Früchte, da ihr Speiseplan oft sehr mager aussah.

2. Zucker fürs körpereigene Belohnungssystem

Durch Zucker werden im Gehirn bestimmte Stoffe ausgelöst, die Wohlbefinden bewirken. Besonders gut funktioniert dies mit dem gemeinsamen Verzehr von Zucker und Fett, wie bei Schokolade.

3. Süß schmeckt einfach gut

Wir genießen den süßen Geschmack auf der Zunge und im ganzen Mund. Damit fühlen wir uns einen kurzen Moment einfach wohl.

Macht Zucker wirklich süchtig?

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Ist Zucker ein Stoff der süchtig machen kann? Für eine Sucht sind ein suchtauslösender Stoff und ein suchanfälliges Gehirn notwendig. Es kommt zu einem Ungleichgewicht verschiedener Botenstoffe im Gehirn, nämlich von Dopamin und Serotonin.

Dopamin ist wichtig für Antrieb, Energie und Konzentration. Bei zu wenig sind wir müde und lustlos.

Serotonin verschafft uns ein Gefühl von Entspannung und Zufriedenheit, eine Art Glücksgefühl. Deshalb wird es auch als Glücksstoff oder Glückshormon bezeichnet. Zu wenig führt zu Angst, Unzufriedenheit und Gereiztheit.

Da ist oft der Griff zum „Suchtmittel“ die Lösung. Das kann Alkohol, Nikotin, Coffein oder eben auch der beliebte Zucker sein!

Zucker erhöht dann die Spiegel von Dopamin und Serotonin. Dies bewirkt momentan das Gefühl von Glück, Zufriedenheit und Entspannung, so als ob wir etwas Tolles erreicht hätten

Lange war umstritten, ob es die Zuckersucht überhaupt gibt. Mittlerweile gilt dies als bewiesen. So haben z.B. Versuchstiere bei Zuckerentzug Zittern und Ängste, quasi Entzugssymptome gezeigt. Wenn sie wieder Zucker bekamen, dann waren sie sehr maßlos im Zuckerkonsum…

Heute funktioniert unser Gehirn oft noch nach dem Motto: Ich will Süßes am besten mehrmals täglich und ziemlich viel….

Dies alles führt dazu, dass wir häufig viel zuviel Zucker essen.

Was jeder über Zucker wissen sollte!

Unser Verzehr von Zucker hat sich drastisch erhöht. Anfang des 19. Jhdts. waren es ca. 4 Kg/Jahr/Person. Heute sind es fast 40 kg/Jahr pro Person in Deutschland. In anderen EU Ländern und den USA ist das ähnlich! Das ist eine Steigerung von 10 g/Tag pro Person auf unglaubliche 110 g täglich!

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Zur besseren Vorstellung wieviel das ist: 1 TL entspricht 5 g Zucker. Damit werden ca. 22 TL Zucker pro Tag verzehrt oder 37 Würfel Zucker. Eine riesige Menge!

Der Großteil stammt von süßen Getränken und Süßigkeiten. Aber auch viele versteckte Zucker in Lebensmitteln wie Ketchup, Senf, Fertiggericht, Joghurts usw. spielen eine große Rolle.

Mehr als 25 – 30 g pro Tag sollten es laut Weltgesundheitsorganisation WHO nicht sein. Denn mit dieser Menge, d.h. 5-6 TL Zucker, kommt unser Körper noch gut klar. Das gilt auch für Gesunde und schlanke Menschen, mehr sollte es nicht sein.

Kennst Du die vielen Namen von Zucker?

Oft ist der Zucker aber nicht einfach als Zucker deklariert, sondern verbirgt sich hinter diversen Namen. So steht dann auf der Verpackung z.B. Saccharose, Glukose (Traubenzucker), Glukosesirup, Glukose-Fruktose-Sirup, Fruktose (Fruchtzucker), Laktose (Milchzucker), Maltose (Malzzucker), High Fructose Corn Sirup,  usw. Gemeinsam sind diesen Zuckerarten ähnliche Effekte auf die Gesundheit.

Hier findest Du mehr zum Thema Lebensmitteldeklaration bzw. dem Geheimnis der Etiketten.

6 Gründe warum Zucker uns krank macht

Tatsächlich ist es so, dass Zucker im Übermaß fast allen Zellen und Organen schadet. Hier ein paar Beispiele für die negativen Effekte von zuviel Zucker.

1. Zucker führt zu Übergewicht & Co.

Zucker steht in Verdacht Schuld am Übergewicht und vielen Erkrankungen wie z. B. Altersdiabetes zu sein – wobei dies nur die bekanntesten sind.

2. Warum Zucker ein Energieräuber ist

Sicher kennst du das: du hast Lust auf etwas Süßes, isst einen Schokoriegel und nach kurzem bist Du schon wieder hungrig: Eines der Hauptprobleme am Zucker ist, dass dieser nicht satt macht, sondern hungrig.

Er wandert sofort ins Blut und der Blutzuckerspiegel schnellt nach oben. Also kurzfristig ist Zucker ein schneller Energielieferant. Um hier gegenzusteuern schüttet der Körper das Hormon Insulin aus: Das zuviel an Zucker wird z.B. in die Zellen wie Muskulatur gebracht. Hierdurch erfolgt ein sehr kurzer Energiekick.

Dann sinkt der Blutzuckerspiegel tiefer als vor dem Essen von Zucker. Hierdurch wird wieder der Reiz Hunger ausgelöst, Du fühlst dich müde und unkonzentriert. Und folglich wird – oft mit richtigem Heißhunger – mehr Zucker gegessen, z. B. der 2. Schokoriegel…

Da beginnt der Kreislauf mit dem Insulin wieder von vorne. Der ständig hohe Insulinspiegel im Blut verhindert den Fettabbau und fördert den Fettaufbau, was oft mit ein paar zusätzlichen Kilos bemerkt wird.

3. Warum Zucker das Immunsystem schwächt

Vermutlich hast du schon mal etwas von Zucker meiden und Darm sanieren gehört. Denn Zucker zerstört unsere Darmflora: es fördert ungünstige „Bewohner“ im Darm, nämlich Pilze. Und das kann zum Darmpilz führen – auch als Candida bekannt. Als Folge können Problemen wie Durchfall, extreme Blähungen oder Migräne auftreten. Bei der sog. Anti-Darmpilz-Diät wird 4-6 Woche speziell auf Zucker und Weißmehlprodukte verzichtet. Denn diese Darmpilze ernähren sich von Zucker. Und wenn das Gleichgewicht unserer Darmbakterien, der guten und der ungünstigen, durcheinander ist, ist unser Immunsystem geschwächt.

4. Zucker als Nährstoffräuber?

Hinzu kommt, dass Zucker sog. leere Kalorien liefert. D. h. nur kurzfristige Energie und keine so wichtigen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente oder Ballaststoffe – die satt machen. Dies hätten wir alles, wenn wir die ganze Zuckerrübe essen würden.

Umso mehr Zucker wir essen, umso mehr Vitamine, z. B. das Vitamin B1, benötigen wir um diesen zu verarbeiten. Scheinbar führt dies nicht zu einer Unterversorgung, da das Vitamin nur benutzt und nicht verbraucht wird. Es steht nachher wieder für andere Reaktionen im Körper zur Verfügung.

So scheint Zucker kein Nährstoffräuber zu sein. Allerdings verdrängen oft ungesunde zuckerreiche Lebensmittel die gesunden nährstoffreichen Lebensmittel wie Gemüse und Obst.

5. Zucker macht hyperaktiv

Gerade bei unseren Kindern ist die Einschränkung des Zuckerkonsums besonders wichtig: Häufig wird beobachtet, dass Zucker hyperaktiv machen kann. So werden die Kinder z.B. aggressiver, unkonzentriert, sind aufgedreht und können nicht still sitzen. Deshalb ist es sinnvoll gerade während der Schulzeit keinen Zucker aufzunehmen. Dann lieber eine kleine Süßigkeit am Nachmittag zu Hause.

6. Zucker schadet den Zähnen

Auch für die Zahngesundheit schädlich ist der Zucker in Süßigkeiten und anderen Dingen . Hier ist insbesondere das ständige Naschen über den Tag verteilt ungünstig. Am schlechtesten sind klebrige Süßigkeiten wie Lutscher oder Bonbons, die länger im Mund verweilen. Ganz klar besser ist da süßes Obst.

Deshalb fordern Experten wie Verbraucherschützer, Ärzte aber auch Politiker ungesunde Lebensmittel besser zu beschriften. Dies ist ein Thema für sich zukünftig in einem eigenen Beitrag zur Lebensmitteldeklaration.

 

Fazit:

Ein zuviel an Zucker liefert uns nicht nur leere Kalorien sondern ist äußerst gesundheitsschädlich! Häufig treten Probleme wie Übergewicht, Diabetes, Hyperaktivität, Energielosigkeit usw. auf.

Deshalb ist es gerade im Umgang mit unseren Kindern wichtig, ein gesundes Maß an Zucker zu finden und immer öfter auf gesündere Alternativen auszuweichen. Viele hilfreiche Tipps zum gesunden Naschen findest Du hier.

Alles Gesunde für Deine Familie

Marieluise

P.S.: Deine nächsten kleinen Schritte könnten sein:

  1. Mach Dir doch einfach mal bewusst wieviel Zucker Ihr täglich esst!
  2. Überlege Dir Möglichkeiten etwas Zucker einzusparen.
  3. Ich freue mich auf Deine Ideen dazu.
  4. Probiere mal die gesunde Schokolade und gib mir Deine Meinung.
  5. Bitte teile diesen Beitrag mit anderen interessierten Eltern.

18 Gedanken zu “Wie Du köstlich und gesund naschen kannst (1)

  1. Liebe Marieluise
    Super Artikel….und eine schöne Erinnerung! Ich war so lange so konsequent! Von 2008-2014 habe ich gar keinen Zucker gegessen…nur Honig, Datteln und anderes reifes Obst. Im letzten Frühjahr hat sich ein von mir geliebter Mensch aus eigenem Entschluss aus diesem Leben verabschiedet. Ind irgendwie hat sich da etwas in mir verändert…es war mein Geburtstag, als ich davon erfuhr…und noch im Schock, war mir gleich klar, dass ich lebe und mein Leben genießen werde! Jeden Tag! Über den Sommer hat sich der Zucker in Form von Zartbitter-Schokolade wieder zurück in mein Leben geschlichen…immer erst als Ausnahme, wenn ich unterwegs war und es nicht Anderes gab (glutenfrei und vegan). Mittlerweile hat sich so manche Tafel als Selbstverständichkeit entpuppt…. so das ich mich nur wundere. Nirvana Noir ist bei uns ein gern gesehener Gast… und ich suche noch nach dem Rückwärtsgang ;-). Mal sehen…drüber reden soll ja auch schon helfen… herzliche Grüße, deine Birthe

    1. Liebe Birthe, vielen DAnk, das freut mich dass der Beitrag Dir gefällt und Dich vielleicht zum richtigen Zeitpunkt erinnert…. Vielleicht probierst Du ja das Schokoladenrezept aus. Da kannst Du nämlich genau bestimmen welches Süßungsmittel du nimmst und wieviel. Denn ja ich esse auch gerne mal meine selbstgemachte Schokolade:-). Herzliche Grüße, Deine Marieluise

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