Kennst Du das Geheimnis der Lebensmitteletiketten?

Geht es Dir auch so? Die Etiketten der Lebensmittel sind oft ein Buch mit 7 Siegeln für Dich?

Ganz ehrlich: Schaust Du Dir genau die meist sehr klein gedruckte Beschriftung auf der Verpackung an? Und selbst wenn man alles entziffern kann, ist das meiste doch ziemlich unverständlich, oder?

Dabei ist es gar nicht so schwer, wenn Du weißt auf was Du achten sollst. Dabei möchte ich Dir gerne helfen. Und das komplexe Thema kurz und knapp darstellen.

Auf der Verpackung sind diverse Pflichtangaben vorgeschrieben. Die wichtigsten für den Alltagsgebrauch  stelle ich Dir hier vor. Achte in Zukunft doch mal besonders auf das Zutatenverzeichnis und die Nährwerttabelle.

Warum Du zuerst auf die Zutaten achten solltest

Aus dem Zutatenverzeichnis kannst Du sehr viele Informationen herauslesen, z.B. was in welchen Mengen drin ist, Zusatzstoffe, Allergene…

Kennst du die Bedeutung der Reihenfolge?

Auf jedem verpackten Lebensmittel ist das Zutatenverzeichnis ganz wichtig. Dort steht dann Zutaten:  … Dahinter folgen dann die enthaltenen Zutaten. Mengenmäßig sortiert in absteigender Reihenfolge. D.h. das, was vorne steht ist am meisten drin. Sehr oft Zucker, Glucose-Fruktose-Sirup bzw. viele verschiedene Namen für Zucker. Dann muss dieser nicht ganz vorne stehen, sondern steht weiter hinten, da von den einzelnen Zuckerarten ja weniger drin ist. Ganz schön clever, oder?

Ein schönes Beispiel für ein langes Zutatenverzeichnis bei einer kleinen Packung: Erdnüsse im knusprigen Mantel:

1

Uns so sieht ein positives Gegenbeispiel für Nüsse aus: bei Zutaten findest Du nur Nüsse!

2

Zusätzlich findest Du im Zutatenverzeichnis noch Infos über Zusatzstoffe und verwendete Allergene.

 

Wie ist das mit Allergenen?

Als Allergene werden Substanzen, die bei empfindlichen Personen Allergien auslösen können bezeichnet. Diese sind auf dem Zuatenverzeichnis dann besonders hervorgehoben: z.B. fett oder unterstrichen oder in Großbuchstaben gekennzeichnet. Häufig findet man z.B. Soja, Fisch, Eier, Milch, Laktose, Gluten usw.  hervorgehoben. Beim Beispiel oben der Nic Nac Erdnüsse sind diversen Zutaten deshalb fett hervorsgehoben wie Weizen, Erdnüsse, Milcherzeugnisse usw. Wenn Du da keine Probleme mit hast, dann kannst Du es einfach ignorieren.

 

Wenn „Kirsche“ draufsteht, ist da auch Kirsche drin?

Du kennst das sicher z.B. bei Milchprodukten wie beim Obstgarten. Da steht „Kirsche“ drauf und es ist auch noch das Foto einer Kirsche zu finden. Sieht lecker und gesund aus, oder?

3

Wenn dies der Fall ist, dann muss genau angegeben werden wieviel Kirsche drin ist. Das nennt man dann Mengenkennzeichnung. In dem Fall ist es eine Fruchtzubereitung, die nur zur Hälfte aus Kirschen besteht. Also keine frischen Kirschen mit Vitaminen. Sondern stark erhitzt (wegen der Haltbarkeit) und mit viel Zucker und diversen Zusatzstoffen für die Fruchtzubereitung.

Also wenn eine Frucht abgebildet ist, dann ist auch ein Hauch der Frucht drin, allerdings meist alles andere als gesund. Insgesamt sind bei einem kleinen Becher fast 4 TL Zucker drin!!! Natürlich ist mein Beispiel in dem Foto nur stellvertretend, d.h. andere Joghurts /Quarkspeisen sind da sehr ähnlich. Da ist ein Joghurt mit frischen Kirschen/Obst auf jeden Fall die bessere Wahl 🙂

Beim Beispiel der Erdnüsse: Hier sind auch Erdnüsse abgebildet, somit ist die Angabe der Menge verpflichtend: es sind 49% also knapp die Hälfte. Und der Rest? Ganz viele ungesunde geschmackgebende Stoffe, Zusatzstoffe…

 

Wo Du die Zusatzstoffe findest …

Als Zusatzstoffe sind über 300 Substanzen zugelassen, die dazu dienen eine technologische Wirkung zu haben, z.B. für die Verarbeitung, die Konsistenz, die Haltbarkeit usw.

Auch die Zusatzstoffe müssen aufs Etikett. Sie sind bei den Zutaten zu finden, meist am Ende der Zutatenliste, da sie in kleinen Mengen enthalten sind. Es muss die Art des Zusatzstoffes angegeben werden z.B. Backtriebmittel bei den Erdnüssen. Oder Verdickungsmittel beim Obstgarten. Oder Farbstoff oder Stabilisator oder…

Alternativ kann hier statt dem langen oft unaussprechlichen chemischen Namen auch die E – Nr. angegeben werden. Allerdings klingt das für den Verbraucher eher nach Zusatzstoff, so dass in der Praxis meist der Name zu finden ist. Genaueres über Zusatzstoffe findest du demnächst in einem eigenen Beitrag.

 

Und was ist mit Nano oder Gentechnik?

Wenn Zutaten aufgrund technisch veränderter Nanomaterialien vorhanden sind, muss dies im Zutatenverzeichnis direkt hinter der Zutat beschrieben werden. Das gleiche gilt für gentechnisch veränderte Organismen (GVO)

Umgekehrt gilt dann: wenn dies beides, also Nano und Gentechnik bzw. GVO nicht angeführt ist, dann ist es auch nicht drin. Bei deutschen Produkten findet man dies noch relativ selten.

 

Was tun, wenn das MHD abgelaufen ist?

Auch ein sog. Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist auf der Verpackung bzw. dem Etikett vorgeschrieben: Bis zu diesem Datum garantiert der Hersteller die einwandfreie Qualität des Lebensmittels. Achte bitte auf die optimale Lagerung, die auch beschrieben ist (Kühlschrank, Raumtemperatur usw.).

Nach Ablauf des MHD ist das Lebensmittel oft noch genießbar. Du solltest dies aber vorher sorgfältig prüfen (Aussehen, Geschmack, Geruch).

Bei sehr leicht verderblichen Lebensmittel ist ein Verbrauchsdatum angegeben. z.B. bei Hackfleisch. Nach diesem Datum solltest Du das Produkt lieber nicht mehr verzehren.

 

Kennst Du die Tabelle auf dem Etikett?

Sicher hast Du schon mal eine kleine Tabelle auf einer Verpackung gesehen.  Das ist die Nährwerttabelle. Die sog. Nährwertkennzeichnung findest Du nämlich meist in einer Tabelle. Hiermit sind Energiegehalt (der sog. Brennwert in kcal und kJ) sowie die wichtigsten Nährwerte wie Fett, Kohlenhydrate (davon Zucker) und Eiweiß sofort ersichtlich. Dadurch kannst Du verschiedene Lebensmittel direkt vergleichen.

haribounter

Am Beispiel der klassischen Haribo Gummibärchen. Die Angaben für Zutaten und Nährwerte (Tabelle) siehst Du hier.

4

Hier siehst Du deutlich was an Nährwerten enthalten ist jeweils pro 100 g, manchmal auch noch pro Portion angegeben. Ansonsten darfst Du das dann selbst hoch- oder runterrechnen. Du siehst bei den Gummibärchen wie zu erwarten so gut wie kein Fett, kaum Eiweiß (ein bißchen aus der Gelatine) dafür jede Menge Kohlenhydrate. Die Zeile unter Kohlenhydrate ist sehr interessant: davon Zucker. Für die Gummibärchen heißt das 46 g Zucker in 100 g Gummibärchen, also die Hälfte Zucker. In einer kleinen Portion z.B. einer Minitüte mit 20 g sind dann 2 TL purer Zucker drin.

 

Mein Tipp:

Ein Blick auf die Tabelle sagt Dir sofort wieviel Zucker in dem Lebensmittel drin ist. Wenn Dich dann noch interessiert, ob der Zucker z.B. aus Obst oder Getreide ist, dann einfach unter Zutaten nachsehen, ob da etwas Zuckerähnliches steht.

 

Was heißt denn Referenzmenge?

Manchmal findest Du noch eine Spalte mit Referenzmenge, mal als RI oder RM bezeichnet. Diese Angabe ist freiwillig und soll den Vergleich ermöglichen zu wieviel % eine Portion dieses Lebensmittels den Tagesbedarf an Energie, Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten deckt. Dabei wir von einem normalen Erwachsenen mit 2.000 kcal Energiebedarf ausgegangen.

 

Worauf Du achten solltest:

Am besten unverpackte Lebensmittel kaufen wie Obst und Gemüse, da weisst Du genau was drin ist 😉 . Oder Lebensmittel, die zwar verpackt sind aber sowieso nur eine Zutat enthalte wie z.B. Haferflocken, Reis, Getreide, Hülsenfrüchte, Sonnenblumenkerne usw.

Ansonsten achten wir darauf:  möglichst wenige Zutaten, keine oder kaum Zusatzstoffe, wenig Zucker – idelerweise kein zugesetzter Zucker.

Hier noch zwei Beispiele für verpackte Produkte, die meine Kids gerne essen:

Dinkelstangen
oder auch hier: Hirse Knabberbällchen

Hirsebällchen

Beim letzten ist wirklich nur Hirse und etwas Salz drin. Und natürlich Nüsse siehe oben das Foto – ohne Salz und Knusperhülle. Da sind dann auch nur Nüsse drin. Ob als Walnüsse, gemischte Nüsse, Paranüsse oder …

Fazit:

Prüfe zunächst die Nährwerttabelle z.B. nach Zuckergehalt. Dann schau Dir die Zutatenliste genau an: wenige Zutaten sind meist besser. Umso mehr Zutaten umso mehr verarbeitet ist das Produkt. Hinter unverständlichen Ausdrücken, chemischen Bezeichnungen die schwer aussprechbar sind verbergen sich meist Zusatzstoffe.

Es gibt viele natürliche unverpackte Lebensmittel: wie z.B. Obst und Gemüse, da brauchst Du keine Etiketten studieren 😉

Alles Gesunde für Deine Familie

Marieluise

PS: Studiere beim nächsten Einkauf die Etiketten, bevor Du die Lebensmittel in Deinen Wagen packst.

PPS: Schreib mir doch gerne in die Kommentare, ob und wie Du etwas für Dich umsetzen kannst.