Meine Fehler bei der Ernährungs-Erziehung meiner Kinder und was ich daraus gelernt habe!

Natürlichen Geschmack entwickeln

Erinnerst Du Dich noch? Eines der wichtigsten Dinge in der (Ernährungs-)Erziehung unserer Kinder ist die Entwicklung des ursprünglichen natürlichen Geschmacks. Hin zu viel Gemüse und Obst und ganz wenig Zucker und anderen ungesunden Speisen. Das führt dann (idealerweise) zu einem langfristig gesunden Lebensstil.

Logisch und klingt ganz einfach, oder? Zumindest wenn man diesen Geschmack mal erreicht hat. Ernähren sich dann also alle Menschen, wenn sie diesen Geschmack entwickelt haben, (fast) immer gesund?

Obst4

Ja, das funktioniert super!

Ja, ich gebe zu, bei mir selber hat das super funktioniert. Ich liebe meine natürliche gesunde (fast) vegane Ernährung. Genieße es total mir diese köstlichen meist grünen Smoothies, Salate, Dipps, Shakes und sonstige kreative Gerichte zuzubereiten.

Also wie gesagt bei mir funktioniert das super und bleibt auch langfristig so. Allerdings ist es auch bei meinen Kinder schon mal anders und das durfte ich lernen, was nicht gerade leicht und angenehm war….

Der Unterschied zwischen Erwachsenen und Kindern

Hier sind in meinen Augen zwei Unterschiede, die zählen. Zum einen bin ich Erwachsen, d.h. ich kann das ganz anders verstehen und eine andere Wichtigkeit für meine Gesundheit sehen. Solange die Kinder noch kleiner waren hat es super funktioniert: mit ganz wenig Süßem, dafür umso mehr Grünes als Smoothie, Salat, Gemüse und ansonsten vegetarisch mit Tendenz zu vegan. Allerdings umso älter sie geworden sind, umso schwieriger ist es. Dazu unten mehr.

Zweitens ich habe einen ganz anderen Leidensdruck als viele Kinder. Ich kam aufgrund meiner eigenen Erkrankung zu einer nochmaligen deutlichen Umstellung meiner Ernährung. So ist das bei vielen Erwachsenen einfacher aufgrund ihrer stärkeren Motivation bzw. ihres Leidensdruckes. Vielleicht kennst Du auch jemand der aufgrund von Übergewicht, (chronischen) Erkrankungen, Allergien, Hautproblemen, Müdigkeit oder ähnlichem seine Ernährung umgestellt hat oder dies tun möchte?

Kinder haben aufgrund ihres jüngeren Alters diese Probleme oft noch nicht. So ist das auch bei meinen Kindern. Klar möchten sie gesund bleiben und sich gut konzentrieren können! Allerdings dafür wirklich am besten immer – so wie Mama das am liebsten hätte- auf das ganze ungesunde Essen verzichten?

So einfach ist es nicht

Leider ist das also nicht so einfach. Wirklich immer nein zu Süßigkeiten zu sagen, wenn andere Kinder diese immer wieder anbieten? Auch wenn sie genau wissen, dass es nicht gut für sie ist, die Versuchung ist doch sehr groß. So wie bei Richard neulich bei einem Vereinsausflug mit der Freiwillgen Feuerwehr (ohne Eltern), wo er sich – ich verrate Dir vorab ich war entsetzt 😉  Zuckerwatte kaufte, die er dann mit nach Hause brachte.

Zuckerwatt

Da haben wir dann auch spontan noch ein paar Fotos von gemacht, bevor er probiert hat, denn die war so toll wie eine Schultüte eingepackt 😉 Wie es dann damit weiterging, das verrate ich Dir am Schluß

Was ich unterschätzt habe

Ja, ich gebe es zu: Da habe ich ganz klar das soziale Umfeld in der Schule, bei Freunden, in Vereinen usw. unterschätzt. Je älter die Kinder, je mehr haben sie ihren eigenen Kopf und je wichtiger ist ihnen das außerfamiliäre Umfeld.  Der „Vorreiter“ für die gesunde Ernährung zu sein ist ja eine zeitlang ganz cool. So war auch bisher selbstgemachte gesunde Naschereien oder die köstlichen Buri -Beri Riegel zur Geburtstagsfeier in der Schule mitbringen noch eine gutes Sache. Allerdings will Richard jetzt beim nächsten Geburtstag, der kurz bevorsteht, auch das mitbringen, was alle haben, also etwas richtig süßes. Wenn schon keine gekauften Schokoriegel, dann zumindest Muffins (mit normal viel Zucker)... jaja, das Umfeld prägt doch stärker als ich mir erhofft habe.

Der Grüne Smoothie ist so wichtig

Oder die Sache mit dem Grünen Smoothie: Der grüne Powertrank ist in meinen Augen für die Gesundheit und das Erreichen des natürlichen Geschmacks von entscheidender Bedeutung. Deshalb ist er mir auch für die Kids so wichtig. Lange Zeit war es für sie auch völlig OK, 1-2x /Tag ein Glas grünen Smoothie zu trinken bzw. zu löffeln.  Allerdings haben sie jetzt mal öfter ein paar Tage, wo sie partout keinen grünen Smoothie möchten. Auch wenn der noch so frisch und lecker  und süß ist. Und ich diesen extra kindgerecht mit mehr Obst zubereite. Mir war es bisher total wichtig, dass sie diesen täglich trinken. Das setzt die beiden ziemlich unter Druck – und das ist natürlich für alles Seiten auch keine Lösung. Das kennst Du bestimmt auch – wenn du unbedingt möchtest dass Dein Kind etwas tut, es allerdings gar keine Lust dazu hat, oder 😉

Meinen Smoothie ess ich nicht

Ja, ich gebe es zu das kommt öfter mal vor. Und was tue ich dann? Nun ein paar Tipps gibt es schon , wenn Katharina keinen grünen Smoothie möchte. Allerdings klappen die auch nicht immer…

Smoothienein

Was ich daraus gelernt habe?

Und was habe ich nun daraus gelernt. Isolieren von den ungesunden Einflüssen des sozialen Umfeldes möchte ich meine Kinder ganz klar nicht. Deshalb ist es für mich der Weg meine Einstellung, meine Haltung gegenüber meinen Kinder damit zu ändern. Ganz simpel es dann für heute bzgl. des Essens zu akzeptieren mit „heute möchte ich mein… nicht essen“. Oder auch „heute hatte ich in der Schule Lust Limonade zu probieren von einem Freund“. Ich habe gelernt – und lerne noch – da einfach los zu lassen. Sondern vielmehr meinen Kindern auch beim Essen mehr vertrauen, denn ich habe ja die Grundlagen gelegt für den natürlichen gesunden Geschmack.

Alle Bemühung für natürlichen Geschmack doch umsonst?

Da habe ich mir natürlich schon die Frage gestellt, ob dann alle meine Bemühungen für eine gesunde natürliche Ernährung umsonst waren? Das habe ich auch meine Kinder gefragt. Was meinst Du?

Für mich ist die Antwort ganz klar: Nein. Meine beiden Kinder wissen mittlerweile so viel:

Sie könnten meine AG in der Schule schon fast alleine führen 😉

 

Sie haben gelernt gesunde – neutrale und ungesunde Lebensmittel zu unterscheiden.

 

Sie können die Geheimnisse der Etiketten lesen.

 

Sie wissen wo besonders viel Zucker drin ist und warum das nicht gut ist.

Klar haben sie auch dann mal Lust auf ungesundes Süßes. Ja auch hier grüßt wieder das soziale Umfeld: Wie Richard neulich als er alleine mit einem Freund im Schwimmbad war und sich eine Riesenflasche Limonade (ich glaube es war Schwipp-Schwapp oder so ähnlich) gekauft und zum großen Teil getrunken hat. Zu Hause gibt es nur Wasser, Kräutertee oder mal einen frisch gepressten Saft.

Mein Fazit:

Es war ein großer Fehler zu denken, so wie bei mir klappt es auch automatisch mit dem natürlichen gesunden Geschmack dann für immer bei meinen Kindern.

Ich habe gelernt immer mehr loszulassen und meinen Kind auch bezüglich ihrer Ernährung zu vertrauen. Denn sie haben so viel gelernt und auch schon verinnerlicht: z.B. die tägliche Riesenportion Salat oder Rohkost vor dem Essen – da staunen Gäste immer wieder. Das ist doch wirklich ein Grund stolz auf meine beiden zu sein.

Ausnahmen sind keine neuen Gewohnheiten!

Ja und auch wenn sie immer noch gerne mal was Süßes essen (welches Kind mag das nicht) so nehmen sie dadurch immer noch viel weniger Zucker auf als Kinder im Freundeskreis. Und sie sortieren doch auch noch geschenkte Süßigkeiten aus bzw. verschenken diese einfach weiter, denn manches ist dann doch „zu ungesund“.

Zuckerwattemüll

Wie z.B. hier auf dem Foto, wo Du das Ende der Zuckerwatte Geschichte von oben siehst. Richard hat dann davon ein großes Stück probiert – Katharina auch. Dann hat er überlegt: „Schmeckt das mir wirklich so köstlich, dass ich die Zuckerwatte voller Genuß esse, obwohl ich weiss, dass diese total ungesund ist?“ Drauf war die Antwort dann “ nein“, hurra 🙂

Insgesamt habe ich auch gelernt immer öfter auch „9 gerade sein zu lassen „. Denn Ausnahmen bei Festen, Einladungen oder im Urlaub werden nicht gleich zu Gewohnheiten.

Und wenn dann später einmal der Leidensdruck da ist mit Übergewicht, Hautproblemen, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, mangelnde Leistung im Sport oder in der Schule, Krankheiten oder … dann besinnen sie sich bestimmt wieder mehr auf ihre Ernährung.

Deshalb ist es eben doch so wichtig die Grundlage mit dem natürlichen gesunden Geschmack zu legen – möglichst früh in der Kindheit. Da ist es am einfachsten.

Hilfreich könnten da auch meine Tipps für Gemüsemuffel sein. Und wenn es dann bei Dir vermutlich auch nicht immer klappt, dann einfach mit Gelassenheit und Vertrauen weiter dran bleiben ;-). Und mit Spaß, selber mitmachen und dekorieren gibt es bei uns natürlich nach wie vor ganz viel bunte Obst- oder Gemüserohkost wie auf den Fotos 🙂

Gemüse

PS: Wie läuft das bei Dir so mit der Kinder-Ernährung? Was sind Deine Erfahrungen? Verrate sie mir doch, ich würde mich riesig freuen!

2 Gedanken zu “Meine Fehler bei der Ernährungs-Erziehung meiner Kinder und was ich daraus gelernt habe!

  1. Liebe Marieluise,

    vielen dank für den ausführlichen Bericht. Mir geht es mit dem Thema ähnlich. Anfangs hat es mich massiv gestört, wenn meine Kinder mal Sachen gegessen haben, die ich für nicht gesund befunden habe. Mittlerweile sehe ich das entspannter. Ich lege mit dem Alltag eine gesunde und gute Basis und lasse meine Kinder ihre Erfahrungen machen. Und siehe da, sie merken oh die bunten Sachen schmecken ja gar nicht und ich erlebe es regelmäßig, dass ungesunde Lebensmittel nach ein, zweimal Probieren weggeworfen werden. Irgendwann sind unsere Kinder nun mal allein in der Welt unterwegs und wir können sie nicht mehr vor allem bewahren. Weiterhin viel Erfolg mit greens4kids.

    1. Liebe Katja,
      ganz lieben Dank für Deine Kommentar. Freut mich zu lesen, dass es Dir genauso geht bzw. ging 😉 Ja, genau nach ein paarmal Testen kommen sie dann wieder auf die gesunde Basis bei der Ernährung zurück. Deshalb ist es so wichtig diese zu legen, idealerweise so früh wie möglich.
      Das hast Du schön formuliert mit „irgendwann sind sie alleine unterwegs…“. Das geht schneller als wir denken. Meine sind schon immer öfter alleine unterwegs wie meine Tochter mit 9, die jetzt gerade auf Klassenfahrt ist. Da haben wir nur noch einmal besprochen, sie soll das essen was sie mag. Allerdings sich vorher fragen ob es wirklich so köstlich ist, dass es die Nachteile im Moment überwiegt z.B. bei Süßem, Milchprodukten oder Fleisch (sicher dort kein Bio)…
      Auch Dir für Deine Familie alles Gute, herzliche Grüße Marieluise

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