Warum Du selber Sprossen züchten solltest

Warum Du Saaten keimen lassen solltest

Sprossen – idealerweise selbstgezogen- sind nicht nur eine kulinarische, sondern auch eine gesundheitliche Bereicherung für Deinen Speisenplan. Aus den kleinen Samen, Saaten, Getreide und Hülsenfrüchten werden mit Hilfe von Wasser und der richtigen Pflege in wenigen Tagen Keimzeit wahre Nährstoffbomben:

Die wichtigsten gesundheitlichen Vorteile

  • Sie vervielfältigen ihren Gehalt an den Vitaminen A, E und C sowie dem Vitamin-B-Komplex.
  • Starke Zunahme an Antioxidantien (Zellschutzstoffen) und sekundären Pflanzenstoffen
  • Enthalten lebendige Enzyme und unterstützen die Verdauung
  • Stoffwechsel und Energieproduktion wird unterstützt
  • Reparaturmassnahmen auf zellulärer Ebene
  • Abbau von ungünstigen Schutz- und Hemmstoffen (für den Menschen) – z.B. Lektin und Phytin, dadurch auch besser verträglich
  • Erhöhung der Bioverfügbarkeit von Nährstoffen
  • Mungbohnen und Linsen können so (in Maßen!) roh verzehrt werden
  • Sehr günstige Quelle für hochwertige und lebendige Vitalstoffe.

Weitere Vorteile

  • Keimsaaten für Sprossen sind leicht auf Vorrat zu lagern: am besten in einem kühlen, trockenen und dunklen Raum
  • gekeimte Sprossen können im Kühlschrank einige Tage aufbewahrt werden
  • es ist ganz einfach, benötigt wenige „Zutaten“ und wenig Zeit

 

Welche Sprossen-Samen sind besonders empfehlenswert?

Da gibt es sehr viele. Denn Du kannst fast alles keimen lassen.  Z.B.

Alfalfa, Amaranth, Bockshornkleesamen, Brokkolisamen,  Gartenkresse,  Kichererbsen, Kürbissamen, Linsen, Mungbohnen, Quinoa, Radieschen, Rettich,  Rucola,  Sonnenblumenkerne, Buchweizen, Leinsamen

Die in fett gedruckten verwende ich selbst sehr häufig. Die anderen weniger. Auch wenn Brokkolisamen so super gesund sind, war es bei mir in letzter Zeit schwierig, da es offenbar zu warm in der Küche war. Demnächst wieder …

Ganz wichtig ist beim Einkauf auf Bio-Qualität zu achten. Dann kannst Du teils auch normale Samen verwenden und brauchst nicht immer die deutlich teureren Keimsamen. D.h. ich kaufe z.B. Sonnenblumenkerne, braune Berglinsen, schwarze Beluga Linsen und Mungobohnen in Bio-Qualität (z.B. im Supermarkt bzw. DM). Dann kann ich diese sowohl zum Keimen, als auch sonst in der Küche verwenden.

 

Wie Du ganz einfach selbst Sprossen züchten kannst

Neben den Sprossensamen benötigst Du idealerweise Keimgläser oder einen Sprossenturm. Notfalls bzw. für den Anfang reichen auch Küchensiebe aus Edelstahl. Für Kresse und Rucola benötigst Du ein spezielles Kressesieb, ich verwende eines von Eschenfelder.

Keimen im Sprossenturm

Mein Sprossenturm hat 3 Etagen. Pro Etage, die Du später befüllen möchtest, eine kleine Schüssel/Glas verwenden, bei unterschiedlichen Sorten. Wenn Du nur eine Sorte Sprossen ziehst, dann eine Schüssel.  Nun füllst Du ca. 1 EL Keimsaaten (pro Etage meist 1 EL auf Anleitung zum Sprossenturm informieren) in das Schüsselchen. Dazu gibst Du Wasser dazu (sie sollen gut bedeckt sein) und lässt sie über Nacht quellen.

Am nächsten Tag schüttest die Samen zum Spülen in ein Sieb. Dann verteile sie ohne Wasser auf den einzelnen Etagen und setze den Turm aufeinander. Darauf achten, dass die Ausläufe versetzt voneinander sind, also einmal z.B. link, einmal rechts. Täglich werden die keimenden Samen morgens und abends mit frischem Wasser (ca. 0,5l) gespült. Einfach ganz langsam oben draufgießen. In einzelnen Portionen. Darauf achten, dass die Abläufe am Ende des Spülens wieder frei sind. Evtl. mit einem Löffel die Sprossen wieder vorsichtig gleichmäßig verteilen. Das Keim- Spülwasser kannst Du super zum Blumengießen verwenden 😉 .

Ich züchte in dem Sprossenturm gerne Linsensprossen, das klappt da auch super, und ich kann die Keimgläser dann für andere Samen verwenden, z.B. Alfalfa. Die Linsensprossen ebenso wie die Mungobohnensprossen gehen auch sehr schnell. Sind meist schon nach spätestens 2 Tagen verzehrbar.

Beachte:

Gekeimt und roh würde ich z.B. Erbsen, Kichererbsen, Kidneybohnen. eher nicht verwenden. Dann lieber vorher kurz erhitzen nach dem Keimen. Sie enthalten noch zu viele Lektine und sind so schlecht verträglich. Deswegen züchte ich persönlich diese auch nicht.

 

Schwarze Linsensprossen im Sprossenturm, bereit zur Ernte, deswegen schon auseinandergebaut.

 

Keimen im Keimglas

Abends In jedes Keimglas ca. 1 EL Keimsaaten füllen. Dazu gibst Du Wasser (sollen gut bedeckt sein, um über Nacht quellen zu können). Am nächsten Tag schüttest Du das Wasser im Keimglas durch den Siebaufsatz weg und spülst die Samen gut mit frischem Wasser. Dann wieder das gesamte Wasser gut abgießen. Dabei das Keimglas rechts und linksherum drehen, dass sich die Samen etwas am Rand verteilen und dort anhaften. Sie brauchen Platz zum Keimen. Dann stellst Du das Keimglas kopfüber schräg auf einen kleinen Teller, damit auch der letzte Rest Wasser abtropfen kann. So bleibt es bis zum Abend stehen. Dann wieder spülen usw. Auf diese Weise morgens und abends vorgehen. Dauer je nach Saatgut und Temperatur 2-5 Tage.

Auf dem Foto im Keimglas: Das sind Alfalfa Sprossen ganz frisch nach dem Einweichen im Keimglas bereit zum Keimen 😊. Habe ich übrigens nur fürs Foto rausgestellt, sonst züchte ich meine Sprossen in der Küche 😉.

 

Keimen im Küchensieb

Sonnenblumenkerne (geschält)

Ganz einfach über Nacht in einem Glas mit Deckel einweichen, z.B. ein halbes Glas voll Sonnenblumenkerne (oder ein paar Esslöffel) je nachdem wieviel Du auf einmal essen magst. Am nächsten Morgen in einem kleinen Küchensieb aus Edelstahl abspülen. Ich lasse die Sprossen dann direkt im Sieb keimen. Meist habe ich mehrere kleine Siebe. Einfach Sieb mit Sprossen auf eine kleine Schüssel stellen zum Abtropfen. Auf dem Foto sind sie noch ganz frisch, direkt am nächsten Morgen nach dem Einweichen. Du könntest sie im Prinzip auch jetzt schon verwenden, denn sie sind schon gesünder und verträglicher.

Abends wieder spülen usw. Je nach Temperatur in der Küche siehst Du nach 1-2 Tagen schon kleine Keime und kannst sie verwenden. Wenn Du nicht alle auf einmal isst, dann einfach nach dem Abspülen in einem Schraubglas in den Kühlschrank stellen. Dort sind sie mind. 2 Tage haltbar.  Sonnenblumenkernen klappen auch im Keimglas sehr gut, auf dem Sprossenturm eher weniger.

 

Buchweizen

Das funktioniert genauso wie bei den Sonnblumenkernen. Bitte besonders gut spülen, da er sonst schleimig bleibt. Die Keimdauer beträgt ca. 2 Tage.

Den gekeimten Buchweizen kannst Du direkt verwenden für Salate, Müsli oder auch mixen für ein cremiges Müsli. Wenn Du ihn knackig haben möchtest, oder in größeren Mengen zubereitet hast, dann kannst du ihn auch trocknen. Z.B. in der nicht zu heißen Sonne, im Dehydrator (Dörrautomat) oder im Backofen (wobei dann wieder wertvolle Stoffe wie Enzyme durch die höhere Temperatur verlorengehen). So gut getrocknet und knusprig ist er im Schraubglas länger haltbar. Du kannst ihn auch super übers Gemüse streuen.

Buchweizen klappt auch im Keimglas gut, im Sprossenturm aufgrund der schleimigen Konsistenz eher nicht.

 

Keimen im Kressesieb

Hiermit kannst Du prima frische Kresse und Rucola züchten. Das finden auch Kinder zumindest anfangs sehr spannend. Die Kressesamen findest Du im Bioladen, Reformhaus, teils auch im DM. Ich verwende die von Sonnentor, die sind super und es sind nicht so kleine Minipackungen.

Wieviel Du verwendest und wie das genau geht entnimmst Du bitte der Anleitung zum Kressesieb. Dies gibt es in verschiedenen Größen. Im Prinzip weichst Du die Kresse in wenig Wasser für ca. 10 Minuten ein. Dann verstreichst Du die gequollene Masse dünn auf dem Kressesieb. Dann für ca. 1 Tag mit Suppenteller quasi als Deckel abdecken.

Dabei morgens und abends ganz leicht gießen. D.h. anfangs nur betröpfeln. Das geht am besten mit einem kleinen Wäschesprenger also einer Spritzflasche. Die Kresse sollte nicht austrocknen und nicht zu feucht sein. Bis sie zum Ernten reif ist dauert es einige Tage ca. 4-6. Dann jeweils die gewünschte  Menge mit einem Messer direkt rausziehen und mit den zarten Wurzeln verwenden.  Passt super über einen Salat, über Gemüse, auf Suppen, für Dipps.

 

Was Du nach der Ernte beachten solltest

Nach der Ernte bewahre ich die Sprossen in Schraubgläsern im Kühlschrank auf. Abgebildet sind braune Berg-Linsen (links) und Schwarze Beluga- Linsen (rechts) sowie Bockshornklee (vorne Mitte). Dort halten sie 2-3 Tage mindestens frisch. Wobei sie da ganz langsam weiterkeimen, also nicht wundern.

Wie Du Sprossen verwenden kannst

Sprossen sind sehr vielseitig und können in viele köstliche, gesunde und basische Gerichte verwandelt werden:

  • Sprossen über jeden Salat streuen
  • Sprossen über Gemüse streuen
  • Sprossen in Gemüsebrühe kurz erwärmen oder auf Suppen streuen
  • Sprossen in grüne Smoothies verwenden (Leinsamen, Sonnenblumenkerne aber auch scharfe Sprossen wie Kresse (für pikante Smoothies ohne Obst)
  • Sprossen als gesunder Brotbelag für basisches Brot oder Kräcker
  • Sprossen als Ergänzung zu Dipps wie z.B. Hummus, Pesto

Und natürlich kannst Du die Sprossen einfach über fast alles als tolle essbare Dekoration geben 😉

 

Fazit:

Also am besten gleich mal ausprobieren mit dem Keimen, Du wirst sehen es ist ganz einfach, geht schnell und macht sogar Spaß! Und gerade Kinder sind meist besonders begeistert mit dabei!

Für mich ist es eine liebgewonnene tägliche Abendroutine vor dem Schlafengehen, sowohl das Einweichen als auch das Sprossengießen:  dabei kann ich wunderbar entspannen 😉.  Abgesehen von den vielen gesundheitlichen und kulinarischen Vorteilen für Deine gesamte Familie.

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